Die Kunstsammlung von Wladimir Sukachew

Wladimir Platonowitsch Sukachew wurde am 14. Juli 1849 als Sohn einer wohlhabenden Familie in Irkutsk geboren. Sein Vater war Beamter der Ostsibirischen Generaldirektion, seine Mutter wuchs als Nachkömmling einer alten Sibirischen Kaufmannsfamilie auf. Wladimir Platonowitsch studierte an der Petersburger Universität Rechtswissenschaft und später in Kiew Biologie. 1880 kam er mit seiner Frau und seinen beiden in der Ukraine geborenen Söhnen Boris und Platon nach Irkutsk zurück, wo später noch zwei weitere Kinder, Wladimir und Anna, geboren wurden. Nach Erhalt einer großen Erbschaft von seinen Verwandten, investierte er maßgeblich in die Entwicklung der Stadt. Hier initiierte er z.B. den Bau des Stadttheaters, spendete Geld für ein Armenhaus, ein Obdach für jugendliche Straftäter sowie eine Blindenschule. Von 1886 bis 1898 war er Bürgermeister von Irkutsk. Sukachew hat sehr viel für die Entwicklung Irkutsks getan. Unter seiner Führung wurde in der Stadt eine Freiwillige Feuerwehr gegründet, das öffentliche Telefonnetz wurde ausgebaut, Elektrizität wurde verlegt, die Wasserversorgung samt Kanalisation wurde erheblich verbessert und schließlich ließ er die erste Pontonbrücke über die Angara errichten, die endlich die bis dahin tätige Fähre ersetzte.1920 starb er mit 71 Jahren in den Armen seiner Frau Nadjeschda und seiner Tochter Anna, heißt es.

Sukachew war ein großer Kunstliebhaber und -sammler. 1989 wurde ein Teil der Irkutsker Kunstgalerie nach ihrem Gründer benannt. Im „Gut Sukachew“ (Усадьба Сукачёва) im Zentrum von Irkutsk kann man heute auf einem restaurierten Gelände in wunderschönen Holzhäuschen einen Teil seiner Sammlung sowie Familienfotos und -möbel anschauen. Außerdem gibt es einen großen Wintergarten und wenn man Glück hat, singt der hauseigene Kanarienvogel einem russische Gedichte. Der große Park eignet sich für einen Spaziergang – einer der wenigen Orte in Irkutsk, der nicht vermüllt ist.

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Fotos: Stephanie Drömer

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