La tristesse durera

Im Februar hatte mich mal eine Studentin interviewt, die ihre Bachelor-Arbeit über bloggende Eltern von behinderten Kindern schrieb. Zu diesem Zeitpunkt überlegte ich das erste Mal, warum ich hier schreibe und warum gerade das?

Ganz klar schreibe ich nur, wenn ich über etwas wütend bin, wenn mich etwas ängstigt oder, wenn ich verzweifelt bin oder mich hilflos fühle. Oft sind es Situationen, die unser behindertes Kind betreffen, manchmal auch andere. Immer sind es sehr emotionale Situationen. Wenn ich das ausspreche was ich schreibe, muss ich meist weinen. Auch beim Schreiben weine ich oft. Das Schreiben hat dann so eine Art therapeutische Wirkung. Manchmal schreiben mir auch andere Mütter, dass sie manchmal ähnliche Gedanken haben oder ähnliche Situationen erleben. Das tut dann ein bisschen gut, ich bin nicht so allein mit dem Schmerz.

Immer mal wieder poste ich auch Urlaubsberichte. Ich glaube damit wollte ich mir selbst immer beweisen, dass nicht alles immer anders ist bei uns und wir eine ganz normale Familie sind. Ein bisschen Welt, ein bisschen Familienidyll, ein bisschen Sonnenschein. Bei guten Bildern wirkt immer alles so harmonisch und leicht. Gestern kamen wir aus unserem diesjährigen Sommerurlaub zurück: aus der wunderbaren Normandie mit ein paar Tagen Zwischenstopp in Zeeland (Niederlande). Es war wirklich ein sehr schöner Urlaub. Kein Streit, viel guter Käse, Cidre, Schlösser, Fußball und Monopoly.

Das Foto ist so schön. Man sieht kaum wie traurig ich bin. Denn leider haben wir uns als Paar sehr stark voneinander entfernt, sind zwar respekt- aber kaum liebevoll zueinander und stehen wieder einmal kurz vor der Trennung. La tristesse m’accompagne.

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